• Stadt.Land.Bauen Brandenburg

    Heimat, Stahl und Ostmoderne: Über Zukunft in Hütte

    Eisenhüttenstadt – die erste sozialistische Planstadt im Osten Brandenburgs.

     „Hütte“ – gute 70 Jahre jung – ist seit den 1990er Jahren von der Stahlstadt zur schrumpfenden Stadt geworden. Rund 50 Prozent der damaligen Bevölkerung haben ihre Heimat verlassen. Einer ist zurückgekehrt: Martin Maleschka.

    Mit ihm durch Eisenhüttenstadt zu laufen ist weit mehr als
    ein Stadtführung. Er zeigt das komplexe und baukulturell wertvolle Gebilde dieses einzigartigen Flächendenkmals von bautechnologischer Entwicklung über baubezogene
    Kunst der DDR hin zum sterbenden Schwan (am) Plattenbau…

    Seine jahrlange Vermittlung und Dokumentation des gebauten und künstlerischen Erbes der Ostmoderne reicht weit über Eisenhüttenstadt hinaus. Dafür wird ihm dieses Jahr der „Deutsche Preis für Denkmalschutz“ des Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz verliehen.

    Aber erst einmal auf Hütte!

    Über Heimat, den Verlust von Heimat und welches Potenzial in den Leerstellen dieser Stadt liegen, spreche ich mit Martin in meiner neuen Folge.

    Foto: Denise Nietze, 2023

    10 Menschen. 20 Minuten Brandenburg.

    Zukunft Brandenburg!

    „Stadt. Land. Bauen. Was wünschst oder erhoffst du dir für die Zukunft Brandenburgs?“

    Diese Frage stelle ich meinen Gästen am Ende unseres Gesprächs. Ihre Zitate sind so zeitlos wie vielfältig und haben eine eigene Folge verdient.

    Von Bauen im Bestand über Ehrlichkeit und weniger Bürokratie beim Bauen hin zu mehr brandenburgischem Stolz auf das, was geht, reichen die Sätze.

    Jeden dieser Gedanken kann ich unterschreiben und allen meinen Gästen sage ich nochmals Danke für ihre Offenheit und für ihr Engagement bei dem, was sie tun!

    Vom Klassenraum zum Wohnzimmer

    Wenn die Heimat ruft

    Wenn man mit Mandy Fuhrmann durch Uebigau im Landkreis Elbe-Elster läuft, spürt man was Verbundenheit mit dem Ort, an dem man aufgewachsen ist, bedeutet. Und ihr Projekt, über das ich mit ihr in meiner neuen Podcast-Folge gesprochen habe, ist in meinen Augen schon umgesetzt.

    Dabei braucht es viel Vorstellungsvermögen, wie aus der wie ein Plattenbau anmutenden Schule ein Mehrgenerationenhaus werden soll. Mandy hat nicht nur dieses Vermögen, sondern auch eine Vision, unfassbare Energie und ein großes Netzwerk in ihrer Heimat, in die sie in ein paar Jahren wieder
    zurückkehren wird.

    Damit ist Mandy nicht allein. 2020 hat sich der Verein „Anders zusammen leben e.V.“  aus einer Initiative von Bürgerinnen und Bürgern verschiedener Ortsteil gegründet, die dieses Projekt vorantreiben und die überzeugt davon sind, dass sie damit viel für ihre Region bewegen werden.

    Uebigau? Nie gehört? Dann nix wie hin: Es liegt im süd-westlichen Zipfel Brandenburgs und ist auf der Karte der Brandenburger Städte mit historischen Stadtkernen gelistet.

    Aber hört selbst!

    Kirchen sind Gemeingüter

    Kirchen sind Gemeingüter

    Wer erhält – oder erhellt? – die Kirchen, wenn diese von den christlichen Gemeinden nicht mehr getragen werden können? Die Frage ist nicht neu und in den nächsten Jahren werden für etwa ein Drittel bis die Hälfte der Sakralbauten Überlegungen für Nutzungs- und Umnutzungsmöglichkeiten angestellt werden müssen.

    Mit dem "Kirchenmanifest" ist im Mai dieses Jahres eine Initiative angestoßen worden, die ordentlich Wind durch die sakralen Räume wirbelt und damit eine Diskussion, die bisher vielleicht eher still geführt wurde, öffentlich gemacht.

    Ich habe mit der Initiatorin des Manifests und Fürsprecherin für die Kirchen, Karin Berkemann, gesprochen. Offen und charmant hat sie mir dargelegt, was und wer sich hinter dem "Manifest für eine neue Verantwortungsgemeinschaft" verbirgt.

    Und damit graue Energie von Gebäuden und gemeinschaftliche Energie von Menschen zusammenkommen und Kirchenräume zu Gemeinschaftsräumen werden können, unterzeichnet gern die Petition –> ⁠⁠⁠HIER⁠⁠⁠ 

    Umbau macht Schule II

    Hennigsdorf 1926: Das Puschkin-Gymnasium öffnet seine Pforten als Reformrealgymnasium in Bauhaus-Tradition.

    Hennigsdorf 2023 erhält das KreativWerkR6 den Denkmalpflegepreis Brandenburg. Es sei vom Zeitzeugen zum Zeitgenossen geworden, heißt es in der Jury-Begründung.

    Nach langer Nutzung als Schule und einigen Jahren Leerstand wurde das denkmalgeschützte Gebäude mit viel Liebe zum Detail saniert und zu einem Standort für die Kreativwirtschaft umgewidmet. Heute gilt es als ein Wirtschaftsstandort im Herzen Hennigsdorfs.

    Birgit Tornow-Wendland ist als Geschäftsführerin der KBI GmbH Bauherrin und Betreiberin dieses lebendigen Ortes und erzählt mit viel Herzblut von der 2-jährigen Bauphase, von Kompromissfähigkeit und transparenter Kommunikation und welche Perlen im Bestand noch zu heben sind.