Was haben Fürstenberg (Havel), Großräschen, Luckenwalde, Ortrand und Velten gemeinsam?
Diese fünf Städte in Brandenburg haben Bahnhöfe, die 2024 unter den elf Nominierungen für „Bahnhof belebt!“ waren – ein Wettbewerb, den die Allianz pro Schiene e.V. ausgelobt hatte.
Was sich dahinter genau verbirgt? Darüber habe ich mit Ulrike Hunscha in meiner neuen Podcast-Folge gesprochen.
Es geht um Bahnhöfe, die zeigen, wie sie durch Revitalisierung zu lebendigen Räumen werden und weit mehr sein können als Orte der Durchreise.
Wenn fünf von elf Nominierungen in Brandenburg liegen, dann macht dieses Bundesland doch in puncto Mobilitätswende und Daseinsvorsorge doch einiges richtig. Ein Grund dafür ist bei der Kompetenzstelle Bahnhof des VBB zu finden.
Und da in Brandenburg noch weit mehr als diese fünf belebten Bahnhöfe gibt, nennt mir doch eure beliebt-belebten Orte, wo ihr nicht nur gern ankommt, sondern vor allem auch gerne bleibt.
100 Jahre Familiengeschichte und 100 Jahre Metallbauer-Tradition in Ost-Brandenburg!
Für Kerstin Hansmann, Geschäftsführerin des Familienunternehmens Metallbau Hansmann GmbH, scheinen Tage mehr als 24 Stunden zu haben und das schon seitdem sie mit 19 Jahren die Schleiferei ihres Großvaters übernommen hat.
Das Metallhandwerk scheint in den Genen der Familie zu liegen. Und der familiäre Zusammenhalt ist wohl ein Geheimnis dafür, dass die politischen Umbrüche nach 1989 gemeistert werden konnten und heute in Jacobsdorf Balkone gefertigt werden, die in ganz Deutschland zu finden sind.
Was Kerstin Hansmann noch am Herzen liegt? Junge Menschen fürs Handwerk zu begeistern. Aktiv wirbt sie in Schulen der Region für das Handwerk und ermutigt über Mentoring-Programme vor allem junge Frauen, den Weg ins eher "frauenuntypische" Metallhandwerk zu gehen.
Nimm mich mit!
Wartest du noch oder fährst du schon? Und warum steht da
diese Bank und keiner nutzt sie?
Das hat sich nicht nur Verena Feuereisen gefragt und erzählt
mir, was es mit den Mitfahrbänken im Landkreis Potsdam-Mittelmark auf sich hat.
Diese sind nämlich Teil des Forschungsprojekts Smarte.Land.Regionen gemeinsam mit dem Fraunhofer IESE.
Viele ländliche Gemeinden nutzen Mitfahrbänke, um die
Mobilität zu verbessern. Die Idee ist simpel: Man setzt sich auf die Bank, um einen Mitfahrwunsch zu signalisieren. Vorbeifahrende Autos sehen das und können spontan Fahrgemeinschaften bilden.
In Brandenburg stehen etwa 70 solcher Bänke, aber viele Leute kennen sie nicht oder nutzen sie nicht richtig. Es gibt verschiedene Gründe dafür, wie Sicherheitsbedenken oder Ungewissheit über die Abholung.
Verena war u.a. gemeinsam mit Natalie Schreiber, Lutz Eichholz vom Fraunhofer Teil des Teams und erzählt in der neuen Podcast-Folge, welche Chance Digitalisierung spielen kann, um die Nutzung der Mitfahrbänke zu fördern. Der Prozess wurde vom Think & Do Tank neuland 21 e.V. begleitet.
Doch allein digitale Services reichen vermutlich nicht aus,
um das volle Potenzial der Mitfahrbänke auszuschöpfen. Es kommt auf Faktoren wie Standort, Sichtbarkeit, Zusammenhalt in der Gemeinde und Vertrauen an.
Dennoch ist das Prinzip einfach und kann eine echte
Alternative für mehr Mobilität in ländlichen Regionen sein.
Da steht sie, die alte Havelland-Grundschule im Herzen der Kleinstadt Zehdenick – die letzten Jahre verwaist und nun wird sie wieder mit Leben gefüllt. Aus dem denkmalgeschützten Backsteingebäude wird das "Großraumbüro", ein Ort für kooperatives Wohnen, Arbeiten und Gestalten und die ersten Menschen sind schon angekommen.
Louise Gassenmeyer und Johannes von Streit haben mir nicht nur die Türen zu diesem Ort, sondern auch zu ihrer neuen Heimat geöffnet.
Mit verdammt viel guter Laune berichten sie von ihrer Achterbahnfahrt, wenn es darum geht ein Gebäude umzubauen und die Menschen einer Stadt für sich zu gewinnen. Da fallen Stichworte wie Interessenwettbewerb der Stadt Zehdenicks, Erbbaurecht, ein kooperatives Denkmalamt, helfende Nachbarn, Bürokratie, Finanzierungskonzepte, mietpreisgebundene Wohnungen, Kino in der Turnhalle, erste Mietinteressenten und: eine Tür, die keine mehr ist. Das bedeutet, unerwartet Brandschutzmängel beseitigen zu müssen mit hohen Kosten, die eine Lücke in die Finanzierung reißen.
Not macht erfinderisch und hat die Großräumer eine Crowdfunding-Aktion starten lassen mit einem Image-Film, der zeigt, dass Menschen nicht nur Feuer und Flamme für Brandschutz, sondern für eine Stadt und eine Idee sind. Läuft noch bis 30.4.2024 und kann von euch großzügig unterstützt werden –> Crowdfunding
"Brandenburger! Tut weiter das Gute, redet drüber und seid stolz darauf!" – Anja Knoll, Geschäftsführerin der Tinglev Elementfabrik GmbH in Altlandsberg im Landkreis Märkisch-Oderland weiß, wovon sie spricht.
Und sie gibt Antworten: Was haben Blähtonwände mit enkelfähigem Bauen zu tun und wie bekommen wir den Nachwuchs fürs Handwerk begeistert und wie hygge sind Brandenburger? Und vieles mehr hier in dieser Folge…
Wenn ihr einmal an der Produktionshalle in Altlandsberg vorbeifahrt, wird euch das Fassaden füllende Gemälde auffallen, von dem im Gespräch die Rede ist. Felix Seliger-Büssow, ein regionaler Künstler, hat hier eindrucksvoll mit dem Motiv der Hände gespielt – als Sinnbild für das Handwerk und für das gemeinsame Hand-in-Hand-Arbeiten.